Acryl Bild: Zwei Freunde

Heue geht es um das Thema Freundschaft.

Es ist mir bewusst, es ist ein etwas heikles Thema und ich bin wohl die Letzte, die behaupten würde, ich sei eine Expertin darin. Im Gegenteil, ich bin eine Anfängerin und muss noch viel lernen.

Ich habe nie viele Freunde gehabt. Ich habe eine Kindheit als Einzelkind erlebt. Da meine Eltern beruflich beide stark engagiert waren, war ich oft mir selber überlassen. Mein erster Freund wurde mein Hund. Ihm teilte ich meine Freude, Wünsche und Sorgen mit und mit ihm entdeckte ich die Schönheit und die Geborgenheit der Natur.

 

Ich entwickelte mich zur Einzelgängerin. Klar hatte ich Schulfreundinnen und an der Strasse wo ich aufwuchs, waren wir eine Horde Kinder die gerne und viel zusammen spielten und herumtobten. Nach der Schulzeit waren für mich auch die Schulfreundschaften beendet.

Es begann für mich die Zeit " der Eroberungen und Liebschaften ". Der besondere Kick für mich war die Eroberung. Ein paar mal zusammen ausgehen, dann war die Kurzgeschichte für mich erledigt und der Reiz verloren. Eine Freundschaft hielt länger. Es wurde eine Freundschaft mit der ganzen Familie. Aber wie das eben so ist, wir waren jung und neugierig. Mein damaliger Freund machte dauernd andere Eroberungen. Ich bin nicht polygam veranlagt, während einer Beziehung erwarte ich Treue. Ich trennte mich von ihm und behielt nur noch die Freundschaft mit seiner Schwester aufrecht. Es war eine unausgeglichene Freundschaft.

Ich bewunderte meine Freundin in vielen Sachen. Sie war gross, hatte blaue Augen, eine blonde Naturmähne und sie war eine patente Frau. Durch sie lernte ich meinen zweiten Beruf und meinen Mann kennen. Die Freundschaft veränderte sich. Plötzlich waren wir im Beruf Konkurrentinnen. 

Mein Mann, ebenfalls ein Einzelgänger und im Sternzeichen " ein dominanter Löwe ", liess mir wenig Spielraum für Freundschaften. Ich vermisste die auch nicht. Das Leben mit ihm war so interessant, er deckte alle meine Wünsche ab, zudem waren wir zwei Zigeuner und wir wechselten ca. alle zwei Jahre den Wohnort.

In meinen 40 Berufsjahren hörte ich den ganzen Tag Lebensgeschichten. Ich war nicht nur medizinisch tätig, sondern gleichzeitig war ich Psychologin für jedes Gebiet. Mit einigen entwickelte sich eine Freundschaft. Aber es war immer eine berufliche Barriere da. Das Berufsleben ist abgeschlossen. In meiner 20 jährigen Tätigkeit als Malerin ergab sich auch nie eine Freundschaft unter Maler Kolleginnen oder Kollegen. Der Neid und der Konkurrenzkampf stand uns im Weg.

Nun leben wir im Ausland und da mein Mann zehn Jahre älter ist als ich, wurde es mir bewusst, dass es jetzt höchste Zeit ist, mir ein paar Freunde zu suchen. Nun stelle ich fest, das ich das gar nicht gut kann. Ich liebe meine Freiheit, nicht mehr müssen zu müssen.....! Nein, Kompromisse will ich keine mehr eingehen. Mit meinen Hunden bin ich am liebsten allein unterwegs oder mit meinem Mann. Bekannte haben wir genug. Aber eben, mit dem älter werden steigt der Anspruch. Ich mag meine kostbare Zeit nicht mit Menschen verbringen, die ein Alkoholproblem haben, den ganzen Abend von Rauch und süssem Parfum stinken, über Krankheiten, das Geld oder die Scheidung ihrer Kinder oder Enkel sprechen. Komme ich dann mit meinen Blumen, Vögel, Bäume und Wolkengebilde hervor, schauen die mich an wie einen Geist....!

Nun wurde ich ja wegen meiner Webseite eine Googlerin. Eine Zeit lang war ich auf Facebook.....eine Katastrophe für mich. Aber auch auf Google strotzt es nur so von Oberflächlichkeit, wenigstens sehe ich da schöne Bildchen oder ich lese ein schönes Zitat. Aber ich sehne mich nach etwas tieferem, einer Freundschaft, wie es Wolfgang Krüger in seinem Buch: Freundschaft, beginnen, verbessern, gestalten beschreibt. Ich beschäftige mich zur Zeit damit und wer noch einen Funken Tiefgang in sich hat, dem empfehle ich es wärmstens. Ich habe mir vorgenommen selber " Freundschaftsfähig "zu werden und ich gebe die Hoffnung nicht auf, das ich jemanden oder mehrere finde, die ähnlich empfinden wie ich und eine Freundschaft aufbauen möchten, sie hegen und pflegen und geniessen möchten.....wenn dann sogar noch Amor mitmischt und seine Pfeile loslässt, umso schöner....!

 

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