Naive Kunst / Collage: Im Wald

Der komplette Titel dieses Collage Bildes ist: Im Wald der verzauberten Bäume

Es stammt ebenfalls aus der kleinen Bilder - Serie, die ich in Zusammenarbeit mit Senioren 

erstellte. Einige waren Körperlich und Geistig noch noch recht fit, Andere litten an Demenz, Parkinson oder sie litten an den Folgen eines Hirnschlags.

Erstaunlicherweise waren Alle begeistert, als ich ihnen den Vorschlag machte, ein Bild mit einem schönen Wald zu gestalten. Es sollte ein besonderer Wald sein, mit verzauberten Bäumen und " Waldwesen ". Inspiriert von Friedensreich Hundertwasser. Das Thema beschäftigte uns ein paar " Mal - Nachmittage ". 32 Jahre hatte ich beruflich mit älteren Menschen zu tun. Ich hatte, mit wenigen Ausnahmen, im Umgang mit ihnen nie Probleme. Im Gegenteil, ich fühlte mich in ihrer Gesellschaft wohl. Ich habe Geduld und ich kann zuhören. Ich hörte viele interessante, traurige, lustige und lehrreiche Lebensgeschichten. Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich nicht, dass mein Vater auch mehrere Hirnschläge haben würde und an Demenz erkrankt.....

Meine Eltern waren beruflich und privat stark beschäftigt, mein Mann und ich ebenfalls. Aus diesem Grund war unser Kontakt zueinander eher beschränkt. Ein weiterer Grund war, das wir uns in verschiedenen Welten bewegten. Meine Eltern waren gesellig, hatten gerne Unterhaltung und sie pflegten einen grossen Bekanntenkreis. Wir waren das Gegenteil. Unser Kontakt zu anderen Menschen wurde für uns durch unseren Beruf abgedeckt. Privat genossen wir die Ruhe, unseren Garten und die Wanderungen in die Natur mit unseren Hunden. Es sind wenige Menschen, die ich in " mein Heiligtum " einlade. Aber wenn, dann bin ich gerne eine unterhaltsame Gastgeberin und ich verwöhne meine Gäste mit einem guten Essen. So erstaunt es nicht sonderlich, das mein Vater und ich immer wieder " aneinanderputschten ".

Wir waren die gleichen " Hitzköpfe ". Erst mit dem älter werden, etwas gescheiter und erfahrener werden, war es uns Beiden möglich gemeinsam an einem Tisch zu sitzen 

und in Ruhe ein Thema zu diskutieren oder zu analysieren, was in unserem Familienleben schief gelaufen ist. Es gab sogar Momente, wo wir herzlich zusammen lachen konnten. Nun sitzt Vater im Rollstuhl, lebt in einem Heim für Demenz Kranke Menschen und ich existiere nicht mehr in seinem Leben. Obwohl es Zeiten gab, wo ich mir wünschte " der Blitz sollte ihn treffen ", zerreisst es mir fast das Herz, wenn ich ihn so sehe ! Einen solchen Lebensabend wollte er nie und nimmer haben, er nicht........

Die Krankheit kam schleichend. Er wurde etwas vergesslicher, gleichgültiger und ungeduldiger. beklagte sich meine Mutter bei mir, so tröstete ich sie damit, dass halt ältere Männer etwas kauzig werden......ich hatte einfach nicht die Zeit um genauer hinzuschauen und Mutter äusserte sich nicht, das es schlimmer wurde, sie wollte uns schonen. Zumal wir in der Schweiz unsere Arbeit beenden wollten und es unser Plan war, nach Spanien auszuwandern. Klar, war unser Kontakt zu meinen Eltern dadurch intensiver geworden. ich bin ihr einziges Kind und es gab im Hinblick auf unsere Pläne viel zu besprechen. Es war, als wenn ich eine " zünftige Ohrfeige " kassierte, mit einem " Schlag " erkannte ich die Situation in der meine Eltern steckten. Vater konnte bereits viele Zusammenhänge nicht mehr richtig erkennen und einordnen. Dadurch wurde er immer agressiver oder gleichgültig bis apathisch. Mutter war Physisch und Psychisch am Anschlag. Ihr fehlte jegliche Kraft zum Handeln. Vater hätte es von ihr auch nicht akzeptiert. Es war für mich klar, das war jetzt meine Aufgabe. Meine medizinische Ausbildung und meine langjährige Erfahrung mit älteren und kranken Menschen kamen mir zu Gute. Hausarzt kontaktieren, Abklärungen treffen, Vater den Autoschlüssel konfiszieren ! und kompetente Fachpersonen für Dement Kranke kontaktieren. Denn eines war schnell mal klar. Mutter konnte die Pflege von Vater nicht mehr bewältigen. Er musste in ein Heim. Dies war auch eine Schutzmassnahme für Mutter. Es war fast ein Jahr lang   " ein Höllenritt für alle Beteiligten " ! !  Emotionen wie Entäuschung, Wut, Trauer, Angst......machten uns zu schaffen. Aber es gab nur ein Vorwärts und kein Zurück. Dieser intensive, schmerzliche und lehrreiche Lebenseinschnitt ist nun vier Jahre her. Mein Vater hat gelernt sein Schicksal anzunehmen. Meine Mutter hat gelernt ihr Leben selber in die Hand zu nehmen. Sie hat die Verantwortung und den Druck von Vater nicht mehr. Sie weiss, er wird bestens betreut und er hat immer noch Lebensqualität, sofern man das so bezeichnen kann. Sie ist richtig aufgeblüht. Meine Mutter und mich trennen wohl 800 km, aber unser Kontakt war noch nie so innig und intensiv wie jetzt. Wir haben gemeinsam alles bestens organisiert und sie weiss, im Notfall bin ich in 8 Stunden bei ihr. Die gemeinsame Ferienzeit entweder bei ihr in der Schweiz oder bei uns in Spanien, geniessen wir doppelt und dreifach.  Wir, mein Mann und ich haben unsere Auswanderung hingekriegt und es war für uns der richtige Entscheid. Ich bin " erwachsen " geworden ! Ich habe gelernt, das Angst der schlechteste Ratgeber ist. Ich habe gelernt, was der Spruch " hilf dir selbst, dann ist allen geholfen " bedeutet. Ich habe gelernt im " Heute und Jetzt " zu leben, ganz bewusst und im Sinne dieses Zitats:

 " Gestern ist tot und Morgen ist noch nicht geboren.  Doch das Heute ist süss.  Geniesse es, bevor es zum Gestern wird, denn vielleicht gibt es kein Morgen.....! "

 

Die Beschreibung und die Preisangabe zu dieser Collage findet ihr in      Shop/NaiveKunst/Collagen

 

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