Neo - Primitive Kunst /Pastell figurativ: Die letzte Runde

Dieses Bild habe ich einem verstorbenen Freund gewidmet.

Die Freundschaft dauerte über 30 Jahre. Eine Freundschaft zwischen Ihm, meinem Mann und mir. Ich denke Freundschaft kann verschieden interpretiert werden. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die gleich beim ersten Treffen per Du sind, grossprotzig erzählen was sie alles können und besitzen, oder sich brüsten und mit fremden Federn schmücken, weil sie mit Frau oder Herr Promi XY am gleichen Tisch gesessen haben, oder bei ihnen auf der Facebook Seite als " Freunde " mit ein paar hundert Anderen aufgelistet sind.

Ich gehe meinen Weg. Schön, wenn ich auf meinem Weg von Menschen begleitet werde, die meine Lebensphilosophie verstehen, gleiche Wertvorstellungen haben und mich in meiner Art und Unart so akzeptieren wie ich bin. Das sind mein Mann, einige Familienmitglieder 

und eine handvoll Freunde. Und ganz klar, meine Hunde......sind das vielleicht die ehrlichsten und treusten Freunde ? !

Unser Freund, den ihr auf diesem Bild seht, war auch ein " Querkopf " so wie es mein Mann und ich sind.

Eben Freundschaft. Manchmal sahen wir uns oft, spielten Karten zusammen oder wir verbrachten den Abend in einem Restaurant.

 

Manchmal sahen wir uns erst in ein paar Wochen oder Monaten wieder. Zwischendurch gab es immer wieder ein paar Jahre wo wir uns nicht sahen. Wir telephonierten uns nicht, wir schrieben auch keine sms oder mails. Es war trotzdem Freundschaft und stimmte so für uns drei. Durch gemeinsame Bekannte wurden wir über ihn oder er über uns informiert. Das reichte. Eben Freundschaft. Er war belesen, introvertiert und blitzgescheit. So gescheit, das er seine Vorgesetzten mit einem geschickten Schachzug austrickste. Es ging ihm nicht um's Geld, es ging ihm um's Gelingen. Diese Geschichte brachte ihm zwei Jahre " Ausland Aufenthalt in Einbuchtanien ".

Das störte uns nicht. Es war eben Freundschaft. Wenn wir uns trafen, so war sofort eine geistige Verbindung zwischen uns. Wir kamen in's diskutieren und hatten tiefgründige Gespräche zusammen. Die bestanden manchmal aus zwanzig Sätzen, dann war alles gesagt und jeder wusste Bescheid. Eben Freundschaft.

 

Er sprach wenig über seine Krebskrankheit. Die ging nur ihn etwas an. Er versuchte sein leben zu Ende zu leben, wie er es gewohnt war. Er traf sich regelmässig mit seinen Kollegen. Das war ihm wichtig und gab ihm Halt. Er wurde immer magerer und magerer. Haare hatte er keine mehr. Wenn wir zusammen im Restaurant waren musste er sein Gläschen Wein und das Essen oft mit Durchfall, Erbrechen und Schmerzen bereuen. Lange wehrte er sich gegen Chemotherapie, so lang, bis er die Schmerzen nicht mehr aushielt. Erst in den letzten paar Wochen sprach er über seine Krankheit und seine Angst vor dem Sterben. Er versuchte seine Gedanken und Aengste abzulenken. So lang es ihm noch möglich war, presste er alle unsere Schallplatten und Musik Kassetten auf CDs. Diese CDs sind uns heilig. Ein letztes Mal trafen wir uns im Restaurant, dann musste er seine Tasche packen für seine letzte Reise. Er war nur kurze Zeit im Spital und er wollte nicht, das wir ihn besuchten. Das Sterben ging nur ihn etwas an. Wir akzeptierten das. Eben Freundschaft.

Im Restaurant verabschiedete er sich von mir mit den Worten : " Ciao Pongo, mach's gut ".  Es war das erste Mal, das er mir meinen Künstlernamen sagte. Es war seine Anerkennung für meine Kunst. Es bedeutet mir mehr als wenn er zehn Bilder oder mehr von mir gekauft hätte. Mein mann und ich werden einmal so lange herum fliegen,

bis wir seinen Stern gefunden haben.......dann werden wir wieder zusammensitzen und im Gespräch weiterfahren, wo wir es vor vielen Jahren beendet haben........

Eben Freundschaft !

 

Die Beschreibung zum Bild und die Preisangabe findet ihr in    Shop/Neo-PrimitiveKunst/Seite1

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